Von der Brille zum intelligenten Kühlschrank: Kameras in Anwendungen des täglichen Lebens

Steve Sasson, der Erfinder der ersten Digitalkamera, konnte 1975 wahrscheinlich nicht erfassen, welche Auswirkungen seine Erfindung auf unser heutiges Leben haben würde. Kameras sind fast überall zu finden, manchmal auch dort, wo wir es kaum erwarten würden.

 

Mit fast vier Kilogramm Gewicht dauerte es mit Sassons Geräte fast eine Minute, um ein Schwarzweißbild zu verarbeiten. Rund zwei Jahrzehnte später war die Apple QuickTake100 - von Kodak entwickelt und von Chinon in Japan hergestellt – wohl die erste digitale Kamera unter 1000 Dollar auf dem Endverbrauchermarkt. Heute sind Digitalkameras schon für unter 100 Dollar erhältlich. In den vergangenen Jahren sind qualitativ hochwertige Kameras auch in der Mobiltelefon-Szene explodiert – für viele ist das Smartphone ihre bevorzugte Linse.

Wo überall verstecken sich Kameras also?

 

  1. Wearable Tech

Google ist eines der Unternehmen, das Kameras in tragbaren Accessoires verbaut. Im Mai 2015 wurde das Google Glass der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Eine Brille, die über Smartphone-Fähigkeiten verfügt und digitale Informationen auf Augenhöhe verarbeitet. Der Träger kann über einfache Sprachbefehle mit dem Internet kommunizieren. Die Brille macht außerdem 5 Megapixel Fotos und nimmt auf Befehl 720-Pixel-Videos auf.

Die Markteinführung sprach insbesondere die Technik.-Enthusiasten an, war aber auch gleichzeitig Wegbereiter für medizinische Innovation. Rettungssanitäter in Chicago nutzen die Brille beispielsweise dazu, Unfälle zu visualisieren und Bilder der Verfassung eines Patienten festzuhalten, bevor sie das Krankenhaus erreichen.

Während Google 2015 bekanntgab, dass die Produktion der Brille aufgrund betrieblicher Rückschläge sowie fraglicher sozialer Auswirkungen zu stoppen, hat das Unternehmen die Idee intelligenter Brillen für die Zukunft nicht gänzlich ausgeschlossen.

Snap Inc., das zuvor unter dem Namen Snapchat firmierte, hat bekannt gegeben, dass sie bald eine Sonnenbrille für 130 Dollar auf den Markt bringen wollen. Auf Knopfdruck kann die  Brille 10-Sekunden-Videos erstellen, und zwar freihändig mit einem Blickwinkel von 115 Grad.

Vielleicht wird die Brille von einem anderen Unternehmen diesmal funktionieren.

 

2. Sicherheit

Überwachungskameras sind nicht neu: das erste von Siemens produzierte Modell wurde 1942 in Deutschland installiert, um den Abschuss von V2-Raketen zu überwachen. Bekannt unter dem Terminus CCTV werden Kameras primär zu Sicherheitszwecken für die Umgebungsüberwachung eingesetzt. Die Technologie hat sich weit stärker entwickelt, als die Öffentlichkeit das realisiert hat -  und findet sich mittlerweile fast überall. Die Kameras sind so klein geworden, dass sie fast unentdeckbar sind.

 

Sicherere Städte

Die Städte werden immer voller – und somit angreifbarer für alles von simplem Diebstahl bis hin zu solch schlimmen Ereignissen wie Bombenanschlägen. Bei den Anschlägen in Chelsea, Manhattan, New York erfassten mehr als 8.000 CCTV Kameras in der Nachbarschaft von Chelsea das Ereignis und waren die Grundlage für die strafrechtliche Verfolgung der Täter. Die Kameras sind Bestandteile der so genannten Lower Manhattan Security Initiative, die nach dem 11. September 2001 ins Leben gerufen wurde.

In den vergangenen Jahren hat sich ihre Anzahl vervielfacht. Vor kurzem begann man damit, Kameras mit Sensoren in den Straßenlaternen zu installieren, die nicht nur energiesparender sind, sondern auch bei der Erfassung von Verkehrsdaten unterstützen, damit Fahrer überfüllte Straßen meiden und Staus reduziert werden können.

 

3. Automotive

Von Chevy bis Porsche – heutzutage ist es üblich, dass neue Autos integrierte Kamerafunktionalität haben. Diese wird genutzt, um Objekte im toten Winkel zu erkennen oder um einen Rundum-Blick zu ermöglichen, welcher der Situationserfassung und damit der Sicherheit dient.

 

Nicht gerade erschwinglich

Während das Automotive-Imaging immer üblicher wird, ist es aktuell noch eine Premium-Funktion. Halter können sich auf ganz ordentliche Zusatzkosten einstellen, wenn sie ein Fahrzeug mit Kameratechnologie bestellen. Zum Vergleich: Ein 2016er Ford Fiesta S Fließheck ohne Kamera kostet in den USA rund 16.000 Dollar, das Modell Titanium für knapp 21.000 Dollar verfügt über ein System mit Kamera/ Sensorik im Heck und einigen Zusatzfunktionen wie beheizten Tote-Winkel-Spiegeln.

Man könnte allerdings argumentieren, dass ein solches System jeden Cent wert ist, da es Leben rettet. In 2018 werden Back-up-Kamerasysteme in den USA zum Gesetz werden. Die staatliche Behörde für Autobahnsicherheit hat bereits 2014 dafür gesorgt, dass Rückblick-Technologie für alle neuen PKW, LKW und Mehrzweck-Passagierfahrzeuge, Busse und Fahrzeige mit niedriger Geschwindigkeit unter 5.000 Kilogramm zur Pflicht wurde.

 

Autonomes Fahren

Tesla hat die Automotive-Kameratechnologie noch einen Schritt weiter getrieben: mit dem fahrerlosen Auto. Am 19. Oktober 2016 führte das Unternehmen ein neues Autopilotsystem ein. Alle neuen Modelle werden über vollständige Fähigkeit zum Selbstfahren verfügen. Laut der aktuellen Blogposts von Tesla umgeben jedes Auto acht Kameras, die einen 360-Grad-Blick rund ums Auto auf bis zu 250 Meter Entfernung ermöglichen.

Die Daten, welche von den Kameras und dem restlichen Sensorsystem erfasst werden, werden in einen Bordcomputer eingespeist, der die Umgebung des Fahrzeugs gründlich detektieren und erkennen kann – einschließlich scharfer Kurven, Verkehrsschildern, Ampeln und des Fahrbahnbelags. Laut Tesla gehen seine Fähigkeiten weit über die menschlichen Sinne hinaus. Auch weitere Autohersteller bewegen sich langsam aber sicher in Richtung vollständig autonomer Autos.

 

4. Haushaltsgeräte

Dank Unternehmen wie Samsung und Microsoft werden Kameras für mehr als nur die Sicherheit im Eigenheim genutzt. Im Januar 2016 zeigte Samsung den Family Hub Refrigerator – einen schlanken intelligenten Kühlschrank aus Stahl, der mit einem Wi-Fi-Touchscreen versehen ist. Mit diesem kann der Besitzer die Einkäufe verwalten, mit der Family über Notizen kommunizieren, Kalender und Fotos teilen und mit seinen eingebauten Lautsprechern auch noch die Unterhaltung übernehmen.

Für 4.000 Dollar entfallen damit die Einkaufslisten. Mittels drei internen Kameras, die auf jedes Regal gerichtet sind und jedesmal, wenn die Tür geschlossen wird ein Foto schießen weiß der Besitzer im Supermarkt immer über den Inhalt seines Kühlschranks bescheid. Und zwar per Smartphone-App, welche die Fotos anzeigt.

 

Kulinarische (Miss-) Erfolge protokollieren

Der moderne Ofen – ein Schnäppchen für rund 1500 Dollar, lässt Personen live beim Kochen zuschauen. Der „June“-Ofen von Matt Van Horn und Nikhil Bhogal mit Funktionen wir einem GPU-Prozessor, einem Themometer und Sensoren in der Basis verfügt über ein High-End-Imaging-System. Dank eingebauter Kameras kann der Besitzer mit einer Smartphone-App einen Live-Stream seines kochenden Essens ansehen und am Ende des Prozesses ein Foto davon machen. Die Kameras mit Algorithmen des maschinellen Lernens identifizieren verschiedene Nahrungsmittel und schlagen die passenden Kocheinstellungen vor. 

An dieser Stelle hört es noch lange nicht auf. Man kann sich kaum vorstellen, wohin uns die Kameratechnologie noch führen wird, wenn autonomes Fahren und intelligente Kühlschranke erst Normalität geworden sind. Kameras in der Kleidung, auf der Haut, auf den Haustieren? Alles ist möglich.

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