„Bei Falcon ziehen wir als Team an einem Strang“

Im Interview: Birgit Menzel und Daniell Haug über den Erfolg als Teamleistung und LED-Beleuchtungen als elementaren Bestandteil

  • Im Interview die Geschäftsführer von Falcon: Birgit Menzel und Daniell Haug (Bildquelle: David Löh/Redaktion inspect)Im Interview die Geschäftsführer von Falcon: Birgit Menzel und Daniell Haug (Bildquelle: David Löh/Redaktion inspect)
  • Im Interview die Geschäftsführer von Falcon: Birgit Menzel und Daniell Haug (Bildquelle: David Löh/Redaktion inspect)
  • Daniell Haug, Geschäftsführer von Falcon (Bildquelle: Falcon)
  • Birgit Menzel, Geschäftsführerin von Falcon (Bildquelle: Falcon)

Hinsichtlich Unternehmensgröße gehört Falcon mit seinen sieben Mitarbeitern am deutschen Standort sicher nicht zu den Großen, doch in puncto Know-how über LEDs macht dem Unternehmen aus Untereisesheim so leicht niemand etwas vor. Das und den Wechsel von Daniell Haug in die Geschäftsführung nahm die Redaktion zum Anlass, ins Schwäbische zu fahren.

Seit Mitte Februar leiten Sie gemeinsam mit Birgit Menzel die Geschäfte von ­Falcon. Wie fühlen Sie sich in Ihrer neuen Position und welche Bereiche fallen in Ihren Verantwortungsbereich?
Daniell Haug: Ich fühle mich sehr wohl in der Position, aber auch bei Falcon als Unternehmen. Und da ich schon seit acht Jahren dabei bin, habe ich mich bereits mit allen Bereichen vertraut machen können. Als Mitgeschäftsführer verantworte ich jetzt die Bereiche Vertrieb, Marketing und Produktmanagement – Frau Menzel die Bereiche Personal und ­Finanzen.

Ist geplant, dass Sie irgendwann als alleiniger Geschäftsführer die Gesamtverantwortung übernehmen?
Haug
: Ich hoffe, dass dauert noch eine ganze Weile. Denn ich arbeite sehr gerne mit Frau Menzel zusammen (lacht).

In den Medien und auch auf Ihrer Homepage ist nichts über Ihren Wechsel in die Geschäftsführung zu finden. Warum ­waren Sie hier in puncto Kommunikation eher zurückhaltend?
Haug: Da wir bei Falcon als Team an einem Strang ziehen, ist es meiner Meinung nach nicht der Geschäftsführer, der in den Mittelpunkt rücken sollte.

Auf welchen beruflichen Background schauen Sie zurück?
Haug: Begonnen habe ich als Groß- und Außenhandelskaufmann. Damals habe ich aber schon die technische Richtung eingeschlagen. Im Bereich der Steckverbinder konnte ich mich als Produkt-Manager spezialisieren und ­wurde dann 2012 von Falcon abgeworben. So hat es mich von Solingen hier in den Süden nach Unter­eisesheim verschlagen. Und ich muss sagen, es war die richtige Entscheidung: Ich fühle mich sowohl bei Falcon als auch in der Region sehr wohl.

Werden Sie die bisherige Strategie von Herrn Menzel weiterverfolgen oder gibt es Dinge, die Sie ändern möchten?
Haug: Ich durfte bereits als Prokurist sehr viel Handlungsspielraum und Entscheidungsfreiheit genießen, sodass ich die aktuelle Strategie weiterverfolgen werde.

Dennoch möchte ich den Fokus auf Sonder-, Neu- und Weiterentwicklungen bei LED-Beleuchtungen legen. Das heißt ich schaue, dass wir mit dem Trend nicht nur mithalten können, sondern diesem einen Schritt voraus sind.

Und wie wollen Sie das Tempo erreichen?
Haug: Ganz klar durch Neuentwicklungen. Aktuell entwickeln wir zum Beispiel ein Produkt, dass sich gerade in der Testphase befindet. Spruchreif ist allerdings schon unsere ­telezentrische Beleuchtung, auf die viele unserer Kunden gewartet haben. Hier ist es unser Ziel, zur Vision ein serienreifes Produkt vorstellen zu können.

Das Entwicklungs-Know-how haben Sie hier am Standort?
Haug: Teilweise ja, teilweise in unserer Fertigung in Malaysia. Das heißt, wir geben die Impulse und entwickeln teilweise auch die Prototypen hier in Untereisesheim, alles Weitere übernimmt der Standort in Malaysia.

Aktuell werden zahlreiche Bildverarbeiter von Automatisierern übernommen. Welche Strategie verfolgt hier Falcon?
Birgit Menzel: Bislang haben wir noch keine Anfragen für eine Übernahme erhalten. Es heißt zwar, sag niemals nie, aber im Prinzip möchten wir eigenständig bleiben. Denn dadurch sind wir offen. Wenn wir uns auf ein Unternehmen festlegen würden, ständen wir mit den anderen Unternehmen sozusagen im Wettbewerb.

Wie wollen Sie sich gegenüber den Großen behaupten?
Haug: Durch unsere Flexibilität ebenso wie durch individuelle, kundenspezifische Anfertigungen in Kleinstmengen zu einem ­attraktiven Preis.

Wie begegnen Sie der Konkurrenz, die bereits integrierte BV- und Beleuchtungslösungen anbietet?
Menzel: Die sogenannten intelligenten Kameras haben ein paar einzelne LEDs um das Objektiv herum positioniert. Doch hat man hier oft das Problem der Reflexion.
Haug: Die in den Kameras integrierten LEDs sind sicher für zahlreiche Standard­applikationen ausreichend. Doch für High-Speed-Applikationen oder in speziellen Anwendungen wie beispielweise der Kantendetektion erreicht eine Kamera mit verbauten LEDs nicht den gewünschten Kontrast bzw. es fehlt an Lichtintensität. Dazu braucht es eine separate LED-Beleuchtung. Folglich zählen vorrangig die Systemintegratoren zu unseren Kunden und nicht die Kamerahersteller selbst.

Wo sehen Sie die Vorteile eines kleinen Unternehmens respektive von Falcon (USP)?
Haug: Bei uns stehen der persönliche Kontakt und natürlich die Wünsche des Kunden im Vordergrund. Ein zweiter Fakt ist, dass wir aufgrund der Unternehmensgröße sehr ­flexibel und schnell reagieren können. Dadurch sind auch kurzfristig Machbarkeitstests in unserem Prüflabor möglich. Und wir fertigen kundenspezifische Sondergrößen und Bauformen bereits ab Losgröße 1. Zudem zeichnen sich unsere Produkte durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis aus und können mit jedem Stecker individuell konfiguriert werden.
Menzel: Vielleicht noch ein abschließender Punkt: Wir bieten einigen unserer Kunden die Möglichkeit eines Eigenlabels. Das heißt, der Kunde erhält die gewünschte Beleuchtung beispielsweise mit seinem Logo, seiner Artikelnummer oder auch in einem bestimmten Karton verpackt. Umgesetzt wird das Labeling hier im Haus.

Wie entwickelt sich aktuell der Markt für Beleuchtungslösungen? Macht sich hier ebenfalls eine konjunkturelle Eintrübung bemerkbar?
Haug: Selbstverständlich merken auch wir eine verhaltene Nachfrage aus dem Automobilbereich. Da jedoch nicht nur die Automobilindustrie zu unseren Kundenbranchen zählt, sondern auch unter anderem die Lebensmittel- und Pharmaindustrie, sind wir nicht abhängig von einem einzelnen Branchenzweig. Umsatzeinbrüche können somit gut ausgeglichen werden. Zudem sehe ich den Rückgang der Verbrennungsmotoren und das Wachstum der E-Motoren nicht nur als Risiko, sondern auch als Chance. Immerhin zählt schon ein großer Hersteller von E-Fahrzeugen zu unseren Kunden.
Birgit Menzel: Und nicht zu vernachlässigen ist der Fakt, dass jedes neue Produkt – sei es eine Flasche, ein Armaturenbrett oder ein Auto – eine neue Prüfaufgabe mit sich bringt und dadurch wieder eine neue Beleuchtung notwendig ist. Und ob am Ende 10 Stück produziert werden oder 100.000 kann uns letzten Endes egal sein, da wir die Beleuchtung für die Prüfaufgabe liefern.

Welche neuen Produkte werden Sie 2020 – das heißt im Vision-Jahr – vorstellen?
Haug: Wir stellen zum einen die schon erwähnte telezentrische Beleuchtung vor. Zum anderen sind wir dabei, eine Beleuchtung zu entwickeln, die sich intelligent nachregelt. Denn die Lebensdauer von LEDs ist ja mit ca. 30.000 Stunden veranschlagt. Im Laufe dieser Zeit verliert sie an Intensität, was zu ungewollten Fehlausschüssen führt, da sich das Ergebnisbild vom eingelernten unterscheidet. Seien Sie gespannt. Wir freuen uns auf Ihren Messebesuch im November.

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In den Scheibigswiesen 8
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