3. VDI-Fachkonferenz „Industrielle Bildverarbeitung“

Bei der „3. VDI-Fachkonferenz Industrielle Bildverarbeitung“ trafen sich auch in diesem Jahr in Stuttgart am 10. und 11. Mai 2016 wieder Fachleute aus verschiedenen Branchen und Anbieter von Komponenten und Systemen zum Gedankenaustausch. Professor Dr. Christoph Heckenkamp, Leiter des Master-Studiengangs Optotechnik und Bildverarbeitung im Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften der Hochschule Darmstadt, leitete und moderierte die Konferenz.
Die zweitägige Fachkonferenz war organisatorisch so ausgelegt, dass den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf unterschiedlichen Ebenen die Gelegenheit zum fachlichen Wissens- und Erfahrungsaustausch geboten wurde. Die intensiven Diskussionen, die sich an die hochkarätigen Vorträge anschlossen und den Referentinnen und Referenten weitere Details und Hintergrundinformationen entlockten, zeigten, dass der Teilnehmerkreis an den fachlich tiefgehenden und ausführlichen Beiträgen sehr interessiert war.
Das Vortragsprogramm der Konferenz deckte ein Themenspektrum ab, das aktuell und von branchenübergreifender Relevanz war. So ging es am ersten Tag um die dimensionelle Vermessung, um Oberflächeninspektion und um Neuentwicklungen bei Time-of-flight-Kameras. Der zweite Konferenztag war dem Einsatz der 3D-Bildverarbeitung, Anwendungen der Bildverarbeitung in der Logistik und der Problematik der Sicherheit bei der Mensch-Maschine-Interaktion gewidmet. Den Abschluss bildeten zwei Vorträge zu den neuen multispektralen Snapshot-Kameras und zu neuen Trends bei Embedded Kameras.
Schon der Einführungsvortrag am ersten Tag, der die aktuellen Machine-Vision-Anwendungen in der Landwirtschaft von der Fahrzeugsteuerung bis zur Prozessüberwachung in Erntemaschinen zum Thema hatte, lenkte die Aufmerksamkeit auf „intelligente“ Verfahren des maschinellen Lernens. Diese Methodik und deren Problematik wurde an den beiden Konferenztagen in mehreren Vorträgen behandelt. Wie in der Landwirtschaft gibt es auch bei der Bildverarbeitung in der Logistik eine große Bandbreite von Merkmalsausprägungen, so dass bei manchen Anwendungen regelbasierte Verfahren an ihre Grenzen stoßen. Diese Situation tritt auch in so etablierten Bereichen wie der Oberflächenprüfung auf.

In einigen Vorträgen zu diesem Thema, bei denen in diesem Jahr vor allem die Inspektion spiegelnder Oberflächen mittels Deflektometrie im Vordergrund stand, wurde deutlich, dass in großem Umfang Erfahrungswissen herangezogen werden muss, damit die machine-learning-Ansätze zu tragfähigen Lösungen führen.

Die Fülle der Informationen aus den Vorträgen, in denen teilweise die Grenzen des physikalisch machbaren ausgelotet wurden, und den anschließenden Diskussionen ließ keinen Zweifel daran, wie umfassend die Anwendungsmöglichkeiten der industriellen Bildverarbeitung heute sind. Neben den auf die ingenieurtechnische Kompetenz des Auditoriums zugeschnittenen Zahlen, Daten und Fakten sorgten auch kleine, weniger komplexe Lösungen aus der Praxis für Aha-Erlebnisse im Auditorium. Die gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachkonferenz konnten am Ende mit dem sicheren Gefühl nach Hause fahren, hilfreiches Wissen erworben zu haben, das sich für die Aufgaben im eigenen Unternehmen als wertvoll und nützlich erweisen dürfte.
Professor Heckenkamp bedankte sich in seinem Schlusswort noch einmal ausdrücklich bei den Referenten „für die Arbeit, die Sie bei der Vorbereitung der Vorträge investiert haben, und dafür, dass Sie sich diesem Forum gestellt und Ihr Wissen und Ihre Erfahrung geteilt haben.“ Er unterstrich, dass die Wahl dieses Veranstaltungsformates den Teilnehmern aus zahlreichen Ingenieurdisziplinen und verschiedenen Branchen die Gelegenheit zum Dialog geben sollte, um ähnlich gelagerte Probleme zu identifizieren und von Lösungsansätzen zu profitieren. Mit Blick auf die zahlreichen noch ungelösten Aufgaben für die industrielle Bildverarbeitung gäbe es auch noch viel Raum für weitere Fachkonferenzen in den kommenden Jahren.

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