Vision-Sensoren für die bildbasierte Qualitätskontrolle

Interview mit Michael Steinicke, Produktmanager im Vision Competence Center bei Baumer

  • Michael Steinicke, Produktmanager im Vision Competence Center bei BaumerMichael Steinicke, Produktmanager im Vision Competence Center bei Baumer

Michael Steinicke, Produktmanager im Vision Competence Center bei Baumer, spricht mit uns über den Trend zu Inline-Verfahren und der gleichzeitigen Daseinsberechtigung klassischer Messtechnik im Prüflabor. Und darüber, wie die VeriSens-Vision-Sensoren von Baumer in dieses Bild passen und was sie im Bereich Materiaprüfung und QS können leisten können. 

In welche Richtung entwickelt sich Ihrer Ansicht nach die Materialprüfung und die QS?

Michael Steinicke: Sicherlich in ähnliche Richtungen. Es geht darum, Inspektionslösungen möglichst effizient zu optimieren. Das schließt Kosten für Integration und Inbetriebnahme sowie Einfachheit in der Einbindung und Bedienung ein. Das unterstützt Baumer mit Lösungen für verschiedene Bereiche. High-Performance-Laser-Distanzsensoren wie der OM-70 ermöglichen zum Beispiel hochpräzise, berührungslose Distanzmessungen. Durch wählbare Fokusbereiche sind die Messergebnisse auch bei schwierigen Objektbedingungen zuverlässig und sowohl zeitlich als auch räumlich wiederholgenau. Damit wird auch die Materialprüfung und QS weniger fehleranfällig. Die smarten Profilsensoren ermöglichen besonders einfache Dimensionsprüfungen wie Höhe, Breite/Lücke. Durch vorkonfigurierte Funktionen ist dies kostengünstig ganz ohne externe Software oder einen Reflektor möglich. Und mit den VeriSens-Vision-Sensoren können bis zu 32 Merkmale gleichzeitig geprüft werden. Somit sind auch bei Materialprüfung und Qualitätssicherung, Effizienzpotentiale zu erschließen 

Bettina Schall, Veranstalterin der Control, sagte in einem Interview im Vorfeld der Control 2018, dass trotz des Trends zu Inline-Verfahren noch immer Platz für die klassische Messtechnik bleibt. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

In diesem Zusammenhang kann ich nur für die Bildverarbeitung sprechen, denn sie bringt zahlreiche Inline-Fähigkeiten mit, wie eine gute Einbindbarkeit in die Automatisierungslösung und eine hohe Wiederholgenauigkeit. Je nach Hardware ist sie auch entsprechend schnell und kann so mit den zunehmend hohen Geschwindigkeiten gut mithalten. VeriSens-Vision-Sensoren kontrollieren in der Getränkeindustrie zum Beispiel inline mehr als 100.000 Flaschen pro Stunde.

Dennoch bin auch ich überzeugt, dass es genügend Anforderungen gibt, die die klassische Messtechnik im Prüflabor benötigen – gerade in der Materialprüfung.

Hinter Ihren VeriSens-Vision-Sensoren steht ebenfalls eine Inline-Lösung. Wo sehen Sie den USP Ihres BV-Systems im Sensorformat?

Unser Vorteil liegt in der Kombination aus Bedienbarkeit, Robustheit und Auswertegeschwindigkeit. VeriSens stellt die Konturen in der Hardware und damit in Echtzeit bereit. Das macht uns extrem robust und schnell. Zudem hat unsere Software heute ein anerkannt hohes Niveau hinsichtlich guter Bedienbarkeit, was die Einstiegshürde in die häufig komplexe Welt der industriellen Bildverarbeitung deutlich reduziert.

Für die Konfiguration und Installation solcher Systeme soll heutzutage möglichst kein Expertenwissen notwendig sein. Welche Features der VeriSens-Sensoren entsprechen dieser Forderung?

Ein gutes Beispiel hierfür ist der mehrfach ausgezeichnete ColorFex-3D-Farbassistent. Wie viele Anwender denken bei Farben einfach nur an Rot, Grün oder Blau statt an komplexe Farbmodelle oder gar mathematische Tripel? Auch wenn die Bildverarbeitung intern mit 3D-Farbmodellen rechnen muss, holen wir den Bediener bei genau diesem Verständnis mit den Farben Rot, Grün und Blau und einem einzigen Parameter zur Farbabweichung sehr praxisnah ab.

Inwieweit passt Ihr VeriSens-System in das Konzept der Digitalisierung und Vernetzung?

Schon von seinem Prinzip her sind die VeriSens-Vision-Sensoren dafür ideal geeignet: Die Parametrierung und die Umschaltung der Prüfaufgabe erfolgt per Software. Wir erkennen Codes zur Identifikation von Werkstücken. Das Gerät spricht Industrial Ethernet und ist damit bestens integrierbar. Die Kommunikation zum Werker oder Maschineneinrichter erfolgt über ein modernes Web-Interface direkt im Browser. „Bestens vernetzt“ könnte man als Schlagwort sagen, auch wenn die Reise natürlich weiter geht.

Welche Aufgabenstellungen lassen sich aktuell mit Ihrem VeriSens-System lösen?

VeriSens hat bis zu 22 verschiedene Prüfwerkzeuge an Board. Bis zu 32 können in einer Prüfaufgabe kombiniert werden. So können Sie gleichzeitig die Anwesenheit beziehungsweise Vollständigkeit von Bauteilen untersuchen, dazu Maßprüfungen durchführen, Texte lesen und auf Lesbarkeit prüfen, Bar- und Matrixcodes erkennen und wenn Sie wollen auch noch die Abweichung oder Anordnung von Farben kontrollieren – alles schon heute mit einem einzigen Gerät ohne weiteres Zubehör.

Inwieweit ist das Feld des Maschinellen Lernens und Sehens eine Option für Baumer?

Neuronale Netze werden heute schon erfolgreich beim Lesen von Schriften eingesetzt. Für weitere Applikationen sehen wir durchaus Potenzial, wie weit das jedoch realisiert werden kann, können wir aktuell noch nicht sagen. Einbezogen werden muss dabei auch, in welchem Umfang der Anwender die fehlende Transparenz der Prüfung akzeptiert – kann er doch heute sehr genau den Einfluss einer Parameteränderung in der Bildverarbeitung nachvollziehen.

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Baumer GmbH
Pfingstweide 28
61169 Friedberg
Germany
Telefon: +49 6031 6 00 70
Telefax: +49 6031 60 07 70

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