Umfassend und detailliert

EMVA-Marktdatenerhebung liefert Grundlagen für die strategische Planung

  • Gesamtumsatz europäischer Bildverarbeitungsunternehmen 2008 nach Regionen in %Gesamtumsatz europäischer Bildverarbeitungsunternehmen 2008 nach Regionen in %
  • Gesamtumsatz europäischer Bildverarbeitungsunternehmen 2008 nach Regionen in %
  • Veränderungsraten in den produktspezifischen Umsätzen europäischer Bildverarbeiter zwischen 2007 und 2008
  • Struktur der Bildverarbeitungsunternehmen in Europa 2008, Anteile der Firmen nach Mitarbeiterzahlen in der Bildverarbeitung in %
  • Gesamtumsatz Industrielle Bildverarbeitungssysteme 2007-2008 in Europa - Anteile nach Branchen
  • Systemumsatz Industrielle Bildverarbeitung 2007 und 2008 Europa - Anteile nach Anwendungen

Die industrielle Bildverarbeitung in Europa ist in den vergangenen Jahren stetig ­gewachsen. Die jährliche EMVA-Studie „European Vision Technology Market ­Statistics" zeigt, dass trotz erster Zeichen des globalen konjunkturellen Abschwungs 2008 ein weiteres Rekordjahr für die Branche war. Insbesondere Vision Sensoren und Bild­verarbeitungs-Software konnten zulegen.

Europäische Trends
Einfach zu bedienende, günstige Standardsysteme wie Smart Cameras und vor allem Vision Sensoren konnten auch im vergangenen Jahr wieder Marktanteile gewinnen. Mit Hilfe von weiterentwickelter Soft- und Hardware sind diese Produkte in der Lage, Aufgaben auszuführen, für die vor nicht allzu langer Zeit nur deutlich komplexere Systeme eingesetzt werden konnten. High-End applikationsspezifische Systeme bleiben jedoch der umsatzstärkste Bereich.
Inspektion war auch im Jahr 2008 wieder das häufigste Einsatzgebiet industrieller Bildverarbeitung, sowohl die Inspektion von diskreten Bauteilen als auch die Inspektion von Bahnware. Hauptabnehmer der Systeme und Komponenten waren die Automobilindustrie und die elektrische/elektronische Indus-trie, aber auch in den nicht-produzierenden Branchen wächst das Anwendungspotential für die Bildverarbeitung.

Außerhalb Europas konnten die europäischen Bildverarbeiter gute Umsätze sowohl in Nord- und Südamerika als auch in Asien verbuchen. Dies unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Exportgeschäfts. Umgekehrt verhielt es sich einmal mehr bei der Beschaffung: Hier konnten die Unternehmen in den letzten Jahren zunehmend auf Lieferanten vor der europäischen Haustür bauen.

Neuer Rekord im Branchenumsatz
Der Gesamtumsatz aller europäischen Bildverarbeitungsunternehmen, die an der aktuellen EMVA-Umfrage teilgenommen haben, betrug im Jahr 2008 fast 895 Mio. € und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Knapp 73 % des Gesamtumsatzes wurde innerhalb Europas generiert. Die Umsätze in Deutschland, dem größten Markt für industrielle Bildverarbeitung in Europa, stiegen um 4,3 %, die wertmäßigen Lieferungen nach Italien stiegen sogar um 14 %. Auch Frankreich, die Türkei und Griechenland, sowie Großbritannien und Irland konnten überdurchschnittlich zulegen.

Darüber hinaus wurde der Anteil der Umsätze nach Übersee am Gesamtumsatz ausgebaut. Die Verkäufe nach Nord-, Mittel- und Südamerika stiegen um 11,1 % auf einen Anteil von 12,9 % am Gesamtumsatz. Die Geschäfte mit Asien konnten um 4,3 % zu einem 13,6 %igen Anteil Asiens am Gesamtumsatz ausgebaut werden.

Systeme führend bei den Produkten
Die Umsätze aller Bildverarbeitungs­systeme blieben 2008 auf einem hohen Niveau und machten 52,5 % des Gesamtumsatzes aus. Alle Systeme, also applikationsspezifische Systeme, konfigurierbare Systeme, Smart Cameras und Vision Sensoren, konnten ihre Umsätze steigern. Speziell die Vision Sensoren - im Vorjahr schon die Shooting Stars - wuchsen wieder zweistellig und steigerten ihren Umsatz um 26,2 %. Den größten Umsatzanteil aller Systeme in der aktuellen Erhebung verzeichneten mit fast 336 Mio. € die applikationsspezifischen Systeme.
Die Produkte der Bildverarbeitungskomponenten steigerten ihren Umsatz insgesamt um 2,9 % und haben einen Anteil am Gesamtumsatz von 43,2 %. Darin halten die Kameras mit 27,1 % den größten Anteil. Die Verkäufe von Bildverarbeitungssoftware wuchsen überdurchschnittlich um 12,3 %. Einzig der Frame Grabber verzeichnete 2008 einen Umsatzrückgang von 9,4 % im Vergleich zum Vorjahr, eine Fortschreibung der Entwicklung der vergangenen Jahre. Abbildung 2 zeigt die prozentualen Veränderungen der Umsätze in den einzelnen Produktkategorien zwischen 2007 und 2008.

Schlagkräftig bei 33 Mitarbeitern
Die europäische Bildverarbeitungsindus-trie wird noch immer von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dominiert. Durchschnittlich beschäftigten die Unternehmen im Jahr 2008 europaweit 33 Mitarbeiter. In Deutschland wurde dieser Wert mit durchschnittlich 40 Mitarbeitern leicht übertroffen, während die bildverarbeitenden Unternehmen in Italien beispielsweisemit 15 Mitarbeitern im Schnitt deutlich kleiner waren. Mit 85 % beschäftigte im Jahr 2008 die überwiegende Mehrheit der Firmen in Europa weniger als 50 Personen. Jedes zweite Unternehmen hat 10 Mitarbeiter oder weniger.
In den vergangenen Jahren haben eine ganze Reihe von Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau, der Automatisierungstechnik und der Sensorik
eigene Bildverarbeitungsabteilungen gegründet. Im Jahr 2008 gaben europaweit 45 % der teilnehmenden Firmen an, dass Bildverarbeitung ein Teilbereich ihres Unternehmens ist.
Etwa 6 % der Teilnehmer an der EMVA-Marktbefragung waren Niederlassungen von Unternehmen außerhalb Europas.

Automotive nach wie vor führend
Mit 43,8 % wurde im Jahr 2008 der größere Teil des Gesamtumsatzes mit Endkunden erwirtschaftet, gefolgt von OEMs (Original Equipment Manufacturer) mit einem Anteil von 37 %. Distributoren machten einen Anteil von 18 % des Gesamtumsatzes aus.
Europaweit war die Automobilindustrie auch 2008 der größte Abnehmer der Bildverarbeitungs-Branche. Allerdings gingen die Verkäufe im Vergleich zum Jahr 2007 konjunkturbedingt bereits um 8,2 Prozentpunkte zurück. Weitere bedeutende Kundenbranchen waren die Glasindustrie, die Holz und Papierindustrie - die besonders in Skandinavien und Italien eine Rolle spielt - und ebenso die elektrische/elektronische Industrie, die Metallindustrie, sowie die Unternehmen der Pharma- und Kosmetikindustrie.
Großes Potential für neue Anwendungen findet sich auch außerhalb des produzierenden Gewerbes. Alle nichtproduzierenden Gewerbe machen bereits jetzt einen Anteil von 9,7 % am Gesamtumsatz aus. Dazu gehören u. a. die Bereiche Medizin, intelligente Verkehrssysteme, Sicherheit und Überwachung.

Am häufigsten wird inspiziert
Inspektion war auch 2008 die häufigste Anwendung der Industriellen Bildverarbeitung in Europa. Obwohl zwischen 2007 und 2008 die Umsätze im Bereich der Inspektion von Bahnware zurückgingen, konnte der 11,4 %ige Anstieg bei der Inspektion von diskreten Bauteilen dies wieder ausgleichen. Damit stieg der Anteil aller Inspektionssysteme am Gesamtumsatz auf nun 63 %. Messaufgaben haben 14 % Anteil am Gesamtumsatz, hierbei wurden die Anteile von 2D-Messtechnik und der an Bedeutung zunehmenden 3D-Messtechnik zusammengerechnet. Systeme zum visuellen Führen von Maschinen, darunter auch die Roboterführung, hatten einen 6 %igen Anteil am Gesamtumsatz, gefolgt von Code-Lesen (5 %), dem Klarschriftlesen sowie der Bauteil-Identifikation (beide 3 %).

Länderreports: Deutschland und Italien
Die jährliche Marktdatenerhebung des EMVA weist traditionell einen separaten Länderreport für Deutschland aus, der in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband, der Abteilung Industrielle Bildverarbeitung im VDMA, erstellt wird. Für das Jahr 2008 konnte nun aufgrund der hohen Zahl teilnehmender Unternehmen und zusätzlich geführter Interviews erstmals ein separater Länder-Report für Italien erstellt werden, der den Umsatz italienischer Bildverarbeitungsunternehmen nach Produktkategorien, Applikationen, Branchen und Exportregionen detailliert aufschlüsselt. Für die kommenden Jahre sind weitere Länderreports geplant.

Konjunkturausblick
Im Jahr 2008 fand die lange und ununterbrochene Phase des Wachstums für die europäische Bildverarbeitung ein vorläufiges Ende. Das Jahr 2009 wird eindeutig das Jahr der größten Herausforderungen in der relativ jungen Geschichte der Wachstumsbranche Industrielle Bildverarbeitung werden. Der europäische Branchenverband EMVA schätzt, dass die Umsätze im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 % einbrechen können. Unabhängig davon bleibt der grundsätzliche Bedarf nach weiterer Automatisierung in allen Kundenbranchen bestehen. Derzeit sehen sich viele Unternehmen zwar nicht in der Lage, neue Projekte zu finanzieren bzw. Ersatzinvestitionen zu tätigen, allerdings werden Kostendruck, Produktivitätssteigerung, Umweltstandards und am allermeisten der Qualitätsanspruch der Unternehmen und ihrer Kunden den Automatisierungsgrad auch in Zukunft weiter erhöhen.

EMVA Marktstudie
Die „European Vision Technology Market Statistics" ist eine jährlich von der European Machine Vision Association (EMVA) durchgeführte Studie. Alle Bildverarbeitungsunternehmen in Europa können an der jährlichen Erhebung teilnehmen und bekommen dafür ein kostenloses Exemplar der vollständigen Studie zur Verfügung gestellt. Von allen anderen Interessenten kann die Studie jedoch auch käuflich erworben werden.

Autor(en)

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emva European Machine Vision Association
Gran Via de Carles III, 84 (3rd floor)
08028 Barcelona
Spain
Telefon: +34 931 807060
Telefax: +34 931 807060

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