Bericht vom 69. Heidelberger Bildverarbeitungsforum

Multimodale Bildverarbeitung im Fokus

Von wissenschaftlich geprägten Vorträgen über praktische Anwendungen in der Industrie, bis hin zu spektraler Satellitenmessung im UV/vis, so breit war das Themenspektrum beim 69. Heidelberger Bildverarbeitungsforum am 03. Juli im Fraunhofer IOSB in Karlsruhe aufgestellt. Rund 80 Teilnehmer aus Wissenschaft, Hochschulen und Wirtschaft haben sich dort eingefunden, um über den Stand der Technik zu hören und darüber zu diskutieren.

Der Einstieg des von Prof. Dr. Jähne moderierten Forums mit dem Vortrag über Sensitivität und Selektivität bildgebender Spektroskopietechniken von Prof. Dr. Kessler war gleich ganz steil. Von den wissenschaftlichen Grundlagen der Prozessspektroskopie ging sein Vortrag direkt über in die Selektivität und Empfindlichkeit der Prozess-Spektroskopie. Sehr anschaulich dabei eine Tabelle der unterschiedlichen Technologien und ihre Einordnung bezüglich Selektivität, Empfindlichkeit, Sampling und verschiedenen Anwendungsgebieten, wie z.B. dem Arbeiten in wässrigen Medien. Anhand des Beispiels ‘Markierungsfreies Spektrales Imaging in der Medizintechnik’ wurde dann der Einsatz unterschiedlicher Technologien erläutert. Der Vortrag endete in einer zusammenfassenden Betrachtung zur Zukunft Spektrales Imaging, bei dem es um den Einsatz der Technologien bei Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) und eine generelle Förderung des Technologieeinsatzes in Deutschland ging.

Beim Beitrag der Firma Luxflux wurden vor allem die grundlegenden Prozesse bei der Verarbeitung von hyperstektralen Datenaufnahmen und damit zusammenhängend der Prozessoptimierung aufgezeigt. Anhand der Beispiele Mülltrennung und Tabletteninspektion wurden die spektrale Datenverarbeitung und der Einsatz der unterschiedlichsten Filter (BackroundMasking, MaskBasedSelection, SNV, PC, LDA, etc.) erklärt.

Der Vortrag von Prof. Dr. Wagner aus Mainz hatte den Fokus auf eine ganz besondere Anwendung gelenkt, die Satellitenmessung. Dabei geht es um die optimale Informationsgewinnung aus hypersketralen UV/Vis/NIR Satellitenbildern, mit allen Unwägbarkeiten wie z.B. Bewölkung, unterschiedliche Entfernungen und Absorption im Allgemeinen. Die räumliche Auflösung und Überdeckung von spektral auflösenden Satellitenmessungen wird aktuell bestimmt durch die solare Einstrahlung und die Detektorgröße, wobei die beste erreichbare Auflösung bei täglicher globaler Abdeckung im Moment bei ca.

2 x 2 km2 liegt.

Etwas grundlegender wurde es dann wieder bei Dr.-Ing. Robin Gruba vom Fraunhofer IOSB bei seinem Vortrag zu Thema ‘Hyperspectral Imaging für die industrielle Sichtprüfung’. Neben den Grundlagen wie Detektortechnologien, Bildaufnahmetechnologien und Beleuchtungssysteme für hyperspektrale Sichtprüfung, war der Vortrag durch viele Anwendungsbeispiele höchst praxisorientiert und interessant.

Der Abschlussvortrag war dann dem Gastgeber, Prof. Dr. Jähne, vorbehalten, zum Thema Polarisierungsbildgebung und -analyse. Nach einer Einführung über die Nutzung von polarisiertem Licht und dessen Beschreibung wurden Anwendungsbeispiele erläutert und neue Polarisierungssensoren vorgestellt, durch deren Einsatz sich die Anwendung erheblich vereinfacht. Zu guter gab es für die Teilnehmer des Heidelberger Bildverarbeitungsforums noch das Angebot einer Führung durch die IOSB-Labors, das von fast allen auch dankend angenommen wurde. Fazit: Das Heidelberger Bildverarbeitungsforum ist und bleibt eines der zentralen Veranstaltungen der Bildverarbeitungsszene und ist definitiv immer einen Besuch wert.

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