01.02.2006
News

Rückblick auf die Automatica 2006

  • Dr.-Ing. Peter Ebert Objektleiter INSPECTDr.-Ing. Peter Ebert Objektleiter INSPECT

Offiziell zählte die Automatica in München diesmal 28.500 Besucher – doch die spürte man in München an gewissen Stellen nicht. Tatsächlich herrschte sogar in einer Halle gähnende Leere, und dort war so mancher Hersteller hinter vorgehaltener Hand unzufrieden. Deshalb fragen wir uns: Genügt das diesmal Gebotene, um die neue Leitmesse für „Assembly – Robotics – Vision“ zu werden?

Die Robotik hat mit der Automatica ihr Zuhause gefunden! Das Ziel, die Leitmesse in diesem Bereich zu werden, haben die Münchner auf jeden Fall erreicht. Demgemäß wird es die die Motek auch 2007, wenn sie von Sinsheim nach Stuttgart gezogen ist, schwer haben, die Robotik von München wegzulocken – zu gut war dafür die Stimmung auf der Messe. Perfekt ins Bild passt daher die Aussage von Jürgen Rohwedder, Vorsitzender des Vorstands der Rohwedder AG, Bermatingen, und des Vorstands Robotik + Automation im VDMA: „Die Automatica hat sich als Marke in der Messelandschaft etabliert. Mit ihrem Ergebnis ist sie dem Ziel ‚Internationale Leitmesse’ ein sehr großes Stück näher gekommen.“

Das bestätigte auch mein Eindruck auf der Messe: Die Hallen B2 und B3, in denen die Robotik ausstellte, waren voll. Das Interesse der Besucher war hier derart groß, dass ich von einigen erschöpften Ausstellern Aussprüche wie „Die rennen uns die Bude ein“ mitbekam. Bildverarbeiter wie z. B. Quiss oder Isra in Halle B3, die sich auf Bildverarbeitung für die Robotik konzentrieren, waren mit dem Messeverlauf ebenfalls sehr zufrieden.

Allerdings sah es in Halle B1, wo Hersteller von Bildverarbeitungskomponenten versammelt waren, anders aus: Trotz des guten Platzes direkt am Eingang der Messe ging es dort deutlich ruhiger zu. Mir drängte sich der Eindruck auf, dass die Besucher nicht die Bildverarbeitung, sondern vielmehr das Thema Robotik suchen. Dazu passt die Erfahrung der Aussteller aus der Halle B1, die Produkte für den Bereich Robotik im Portfolio hatten: So freute sich z. B. der Sensorhersteller Balluff über großen Zulauf. Die meisten Komponentenhersteller der Bildverarbeitung ohne direkten Bezug zur Robotik wirkten dagegen enttäuscht.

Ich bin mir daher sicher, dass für diese Unternehmen die Vision in Stuttgart auch in Zukunft die Leitmesse bleiben wird. Dabei könnten sich Besucher den Weg nach Stuttgart sparen, denn ein Großteil derer, die ihre Produkte auf der Vision präsentieren, waren auch in München auf der Automatica zu finden.

Die Hausaufgabe für die nächste Automatica (10.–13. Juni 2008) lautet deshalb: Es muss gelingen, den Besuchern klarzumachen, was sie jenseits der Robotik noch in München finden können – das Besucherinteresse im Bereich Bildverarbeitungskomponenten war dieses Mal noch zu gering, um dem Anspruch im Titel der Messe gerecht zu werden. Wenn dies den Veranstaltern gelingt, dann ist die Automatica auch im Bereich BV auf dem richtigen Weg, zu einer wirklichen Leitmesse zu werden. Für den Bereich Robotik hat sie dieses Ziel bereits erreicht.

 

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