![]() |
Die Sensorenentwicklung hat die Schnittstellenstandardisierung überholt. Neue Hochgeschwindigkeitssensoren können nur als ausgebremste Systeme, als autarke Kurzzeitrekordersysteme mit internem Speicher oder außerhalb vorhandener Spezifikation, teils sogar mit proprietären Schnittstellen, betrieben werden. Höchste Zeit, um die Schnittstellen zwischen Kamera und Framegrabber an die aktuellen Entwicklungen anzupassen.
Mit der proprietären Entwicklung HSLink von Teledyne Dalsa wurde nicht nur die bisherige Geschwindigkeitsmarke von Camera Link mit 850 MB/s (10tap Full Configuration) gebrochen, sondern auch verfügbare Produkte angeboten. Annähernd zeitgleich wurden weitere Entwicklungen angestoßen bzw. weiterentwickelt, die in vergleichbare Performance-Regionen vorstießen. CoaXPress (CXP) und 10-GigabitEthernet (10GigE) wurden bereits Standardisierungsgremien vorgelegt und im November 2009 bzw. im Herbst dieses Jahres als Erweiterung zu GigE Vision veröffentlicht. HSLink geht mit der Namensänderung und technischen Überarbeitungen als Camera Link HS (CLHS) ins Rennen, wird aber voraussichtlich erst im kommenden Jahr als finaler Standard fertig gestellt. Zusammen mit USB3 und FireWire 1600 verfügt die Bildverarbeitung dann über zwei branchenspezifische und drei Konsumer-Schnittstellenstandards. Mit LightPeak bzw. Thunderbolt als einer langsameren Ausführung auf Kupferbasis, gerät noch ein weiterer, (eigentlich schon betagter) Standard immer häufiger ins Blickfeld, der nun eine Renaissance, vorerst über die Apple-Welt, erlebt.
Während auf der Vision 2008 die CoaXPress Technologie erstmals als Prototyp für eine Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung vorgestellt wurde und dafür auf der Vision 2009 der Vision Award entgegen genommen werden durfte, wurden 2010 neue Modelle angekündigt. Auf der Automate 2011 konnten nun die weltweit ersten lauffähigen Technologieprototypen für CLHS präsentiert werden. Mikrotron mit dem Kameramodell 4CL HS und Silicon Software mit einem CLHS-Prototypenboard zeigten die Bildaufnahme- und Bildverarbeitungskapazität der neuen Technologie (Abb. 2).
Was können die neuen Schnittstellen?
Nun stellen sich die Fragen nach den Verbesserungen gegenüber vorhandenen Standards und die Abgrenzung der neuen Schnittstellen voneinander.
Vorneweg, die neuen Schnittstellen haben aus den Forderungen an die bestehenden gelernt. Lange Leitungslängen, stromführende Technologien, die Nutzung optischer Verbindungen, Plug'n'Play Fähigkeiten, die Skalierbarkeit der Performance, Rückkanäle und Verteilungskanäle; viele der Schlagworte sind in den Standards aufgenommen und umgesetzt worden. Fast ausschließlich kommen serielle Übertragungstechnologien und ‑protokolle zum Einsatz. Mit ihren über 6,25 GHz erreichen sie Bandbreiten bis 2,1 GB/s. In der Unterstützung der Transceiver-Technologien in FPGAs sind aktuell Grenzen von 6,5 GHz (Xilinx) bzw. 8,5 GHz (Altera) erreicht, die erst in einer nachfolgenden Generation fallen werden. Die Kabellängen erreichen auf Kupferbasis über 100 m, fallen aber mit höheren Geschwindigkeiten bis zu 30-40 m zurück. Trotzdem liegen sie damit aber noch im akzeptablen Bereich der meisten industriellen Bildverarbeitungsanwendungen. Als skalierbares System kann die Bandbreite der Punkt-zu-Punkt Verbindung durch die Anzahl der Kabel erhöht werden.
Wer braucht diese Schnittstellen?
Schlüsselwörter : 10GigE CLHS CoaXPress Schnittstelle Silicon Software
EmailanfrageSilicon Software GmbH
Steubenstr. 46
68163 Mannheim
Germany
Tel: +49 (0)621 789507-0
Fax: +49 (0)621 78950710
Web: http://www.silicon-software.de
Leserkommentare (0)